Was mein Laptop-Zusammenbruch mir über das Wesen der Menschheit verrät und was das mit Klimawandel zu tun hat

Mein Laptop kann nicht mehr. Er regt sich nicht. Kein abgesicherter Modus, kein nichts.

Wann habe ich das letzte Mal eine Datensicherung durchgeführt? *beschämtes Schweigen*

tief in den Bauch einatmen und spazierengehen

Während ich also Sonntagmorgen durch die Wohnung tigerte, einen Kräutertee aufbrühte und mich allgemein bemühte entspannt zu bleiben kommt mir folgender Gedanken:

Ist der mentale Mechanismus, der dafür verantwortlich ist, dass man seine Dateien nicht sichert, der gleiche, wegen dem man den Klimawandel und seine Folgen so gut und gerne verdrängt?

Ist das Ausmaß verlorener Dateien so groß, die Vorstellung tatsächlich keine seiner Dateien, keine seiner Mails, keine seiner gespeicherten Passwörter und ach, all die schönen Fotos verloren zu haben so immens, dass man es lieber verdrängt, als sich zeitnah mit den nötigen Sicherungsmaßnahmen zu beschäftigen? Die kosten auch schließlich jetzt und sofort Zeit und Mühe und etwas Geld, und jetzt ist ja noch alles irgendwie in Ordnung. Klar mein Ökosystem Laptop wird immer heißer, irgendwie läuft irgendwas mit der Lüftung nicht mehr richtig. Im Sommer wurde ihm so warm, dass er spontan einfach aussetzte – Zack schwarzer Bildschirm. Aber das waren ja Ausnahmeereignisse, nichts was auf ein tieferlegendes Problem des ganzes Systems hindeuten könnte.

Je länger man wartet, desto aufwändiger und extremer werden die Sicherungsmaßnahmen! Wenn ich vor Jahren angefangen hätte regelmäßig in kleinen Portionen meine Daten zu sichern, wäre das ganze ja kein Problem. Aber je länger man wartet, desto intensiver und zeitraubender wird das Ganze.

Wie lange dauert es meine Fotos auf die externe Platte zu schieben? Keine Zeit- mach ich nachher. Aber sang nicht Elvis schon:…But nachher never comes…

Ich lese gerade das aktuelle Buch von Naomi Klein This changes everything über den Klimawandel.  Da ich erst auf Seite 100 von 500 oder so bin kann ich noch keinen abschließenden Bericht erstatten. Aber in ihrer Einführung erläutert sie sehr schön kompakt, wie lange die Herausforderungen des menschengemachten Klimawandels schon bekannt sind, und wie die Politik/Gesellschaft immer kurzfristig wichtigere Probleme fand, als sich voll und ganz der Stabilisierung der globalen Temperaturen zu widmen. Sie beschreibt, wie das Zeitfenster geschlossen ist, indem man mit leichten, nicht überteuren kontinuierlichen Maßnahmen den bevorstehenden (Natur)Katastrophen entgegen treten hätte können. Jetzt wären, nachdem solange global geschlurrt wurde, extreme (schmerzhafte) Maßnahmen nötig, um wirklich das Ruder noch rumzureißen.

 

Das ist natürlich eine typisch menschliche Verhaltensweise, die sich in vielen Situationen wiederfinden lässt:

  • Nicht erst um die eigene Gesundheit kümmern, wenn man akut krank ist.
  • Nicht erst auf seine Gefühle hören, wenn das eigene Unterbewusstsein einem mit Panikattacken ins Gesicht schreit. (DIE Erkenntnis des Jahrs 2014!)
  • Nicht erst den Biomüll runterbringen, wenn er sich schon selbst im Eimer kompostiert.

 

Also los, sichert eure Daten. Jetzt. Sofort!

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5 Gedanken zu “Was mein Laptop-Zusammenbruch mir über das Wesen der Menschheit verrät und was das mit Klimawandel zu tun hat

  1. Liebe Gesche,
    Ich habe dich für meinen One Lovely Blog Award nominiert, denn ich finde deinen Blog sehr schön! ich würde mich freuen, wenn du die Nominierung annehmen würdest.
    LG

    1. Oh, vielen Dank! Bin noch in der Blog-Phase, in der ich über jeden Leser, der nicht mit mir verwandt ist überrascht bin :) 7 Fakten…da muss ich erstmal nachdenken!

  2. Ah! Ah! Habe Daten gesichert! Zu Befehl! Wie du gesagt hast!

    Hatte auch mal ausversehen meine wichtigsten E-Mail gelöscht, da sich dieser Ordner genau über dem Papierkorb befand und ich ihn versehentlich dort hinein gezogen habe. Leider zu spät bemerkt. Da war auch schon der Papierkorb geleert. Allerdings könnte ich bis heute keine dieser Mails nennen, an die ich mich erinnern könnte. :) Verrückt!

    Und bei dir? Alles weg weg? Oder nur halb? Noch schlimmer als Fotos sind Dateien, in die man so viel Zeit und Liebe investiert hat. Wie digitale Zeichnungen oder schöne Texte. Manchmal hat die Cloud eben doch etwas Gutes.

    Ich drück dir die Daumen, dass es sich dein Klimawandel noch einmal anders überlegt. Vielleicht in Form eines Naturwunders. ;)

    1. Lerne bloß aus meinem Fehler!

      Noch weiß ich nämlich nicht ob meine Daten ganz oder teilweise zu retten sind. Gehe erstmal vom schlimmsten Fall aus, um dann (hoffentlich) positiv überrascht zu werden.

      Weiß auch noch nicht, ob ich meine digitalen Illustrationen, Notizen und Entwürfe oder meine sehr gut gepflegte Literaturdatenbank mit allen wissenschaftlichen Papern, die ich in den letzten 4 Jahren zitiert habe mehr vermissen werde.

      Aber der Entwurf des Beitrags für morgen hatte ich tatsächlich per Mail verschickt *puuuh* was für’n Glück!

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