Wie ich male: Schritt für Schritt zur Aquarell-Illustration

Liebst du auch Hinter-die-Kulissen Einlbicke in den Arbeitsprozess von anderen Künstlern? Ich finde sowas immer sehr lehrreich und inspirierend.

Ich (wieder-) entdecke gerade meine Freude am Illustrieren von Geschichten. Vor einiger Zeit habe ich ja die Dachs-Geschichte geteilt. Jetzt fange ich an die Geschichte zu überarbeiten und sie neu zu bebildern.

Deshalb ist hier mein Mal-Prozess für ein Panorama aus der Traum-Sequenz des Dachs (ich habe ihn inzwischen Bodo getauft), in der er sich wünscht ein Grünspecht zu sein. Das Character-Design ist geändert, weil Ich einfach Lust hatte was Neues auszuprobieren, anstatt immer nur die großen Augen zu zeichnen.

Los gehts:

Als erstes fertige ich eine Skizze über zwei Din A 4-Seiten an. Weil mir der Kopf in der Mitte noch nicht so gut gefällt, wird er noch einmal extra überarbeitet und skizziert. Auf 300 g/m2 Aquarellpapier übertragen wird das Ganze dann mit der uralten Durchpauschen-am-Fenster-Methode.

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Konturen sind mit Fineliner (Faber Castell PITT artist pen in schwarz) gesetzt.  Ein wenig Maskierflüssigkeit hier und da.

Jetzt kann’s endlich mit der Farbe losgehen!

Die Bäume im Hintergrund gestalte ich in Negativtechnik. Also immer schön die Kontur der vorderen Bäume aussparen und alles zwischendurch trocknen lassen. Dann eine neue, dunklere Schicht Farbe, bei der wieder Bäume, diesmal kleiner, weil weiter hinten, ausgespart werden. Am Ende setzte ich nur noch ein paar dunkle Striche in den Hintergrund – Fertig.

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Jetzt kommen die Bäume im Vordergrund an die Reihe. Umber gebrannt, Sienna gebrannt, Ocker und Saftgrün für Moosflecken – alles schön Nass-in-Nass ineinander gepanscht.

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

So, inszwischen ist die Sonne untergegangen und mit ihr die gute Beleuchtung der Fotos. Habe die Qualität der Bilder leider auch in der Nachbearbeitung nicht besser bekommen. Was folgt sind die Grasflächen und Beerensträucher in den veschiedensten Grüntönen, wobei ich versuche nach hinten hin blaustichiger zu werden und nach vorne hin mehr warme Töne und Ocker zu verwenden.

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Dann kommt endlich der spannende Teil: Der Dachs, oder Bodo, bekommt seine Farbe. Uiuiuiuiui!

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Alles getrocknet und ein Paar Highlights in Weiß gesetzt und

Tataaaa!

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Das Endergebnis ist in zwei Teilen eingescannt und in der Freeware Gimp zusammen gesetzt, was erstaunlich gut klappt.

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Dachs Geschichte, Aquarell Illustration, watercolor

Im Anschluss empfehle ich sich ordentlich zu strecken, die Hand auszuschütteln und ein paar Dehnübungen durchzuführen!

 

 

 

Advertisements

Dachsträume

Präambel: Ich hatte letzte Woche diese Idee, die ich nicht mehr loswurde. Von einem Dachs. Irgendwie kindisch, irgendwie komisch. Irgendwie ich-weiß-nicht. Aber warum hat man einen Blog, wenn man nicht seine „irgendwie komischen“ Sachen hier ausprobiert. Also los:

Dachsträume

Grau- alles grau. Und nass, dachte der Dachs und starrte miesmutig in den Nieselregen.

 A badgers dream, Dachsträume illustrated watercolor

Hilft ja nichts, murrte er und stiefelte los. Am Ententeich blieb er stehen und betrachtete sein verschwommenes Spiegelbild

A badgers dream, Dachsträume ilustrated watercolor

Grau- grau in grau.  oh ja, und schwarz. Schwarz und weiß! Ich bin wohl das langweiligste Tier im ganzen Wald, seufzte er und schlurfte wieder nach Hause.

In seinem warmen Wohnkessel konnte man es aushalten. Es war trocken und gemütlich. Es gab Tee und extra weiche Kissen.

Am besten übersteht man das Novemberwetter in dem man zu Hause bleibt und von schönen Dingen träumt. Gedacht, getan. Kaum hatte es sich der Dachs gemütlich gemacht, schlummerte er auch schon davon.

A badgers dream, Dachsträume

Er träumte. Träumte, dass er so bunt wäre wie eine Blaumeise, dann könnte er sich den ganzen Winter an Sonnenblumenkernen sattessen.

A badgers dream, Dachsträume: Blaumeise

Oder eine Stockente, dann könnte er endlich in Ruhe im Teich spielen.

A badgers dream, Dachsträu: Stockente

Oder ein Gartenrotschwanz. So sähe er zumindest von Hinten interessant aus.

A badgers dream, Dachsträume: Gartenrotschwanz

Er träumte er sei ein Distelfink, verzaubert von der Schönheit dieser stachligen Blumen.

A badgers dream, Dachsträume: Distelfink

Oder ein Grünspecht, dann könnte er wie ein Blitz Bäume hinaufklettern.

A badgers dream, Dachsträume: Grünspecht

Er träumte.

Plötzlich  erschien ihm eine Fee.

Die Fee hatte leuchtend violettes Haar und kam gleich zur Sache

Dachsträume Fee

Hey, du bist ein freier Dachs. Lass dich nicht von den Erwartungen der Dachsgesellschaft unterbuttern! Wenn du deine Haarfarbe ändern willst, ändere sie! Schau mich an, ich habe natürlicherweise türkise Haare, aber wer will das schon auf Dauer?!

Sagte sie und verschwand mit einem lauten Blopp.

BLOPP!

Verwirrt, aber erfreut wachte der Dachs auf. Färben? Färben! Das er da nicht selbst drauf gekommen ist. Los geht’s.

dachs_färben_800_sig

Als erstes kniete er sich im Gras für schicke quietschgrüne Flecken. Dann wälzte er sich in einem Heidelbeerbusch für einen schönen violetten Schimmer auf dem Rücken. Zur Krönung schmierte er sich eine rote Beete auf den Kopf. Perfekt!

So lässt sich der Winter aushalten!

 Dachsträume: So lässt sich der Winter aushalten!

Und die Moral von der Geschichte?

Ich muss wirklich meine Dip-Dye Haarspitzen wieder auffrischen!

Disclaimer – Ausschlussklausel: Dies ist nicht negativ gegenüber Dachsen gemeint, die mit ihrer natürlichen Fellfarbe zufrieden sind. Jeder Dachs hat das Recht mit seinem Körper zu machen, was er möchte. Kein Dachs sollte sich jemals von jemand anderen vorschreiben lassen, was er mit seinem Fell anzustellen hat.