Künstler auf der Couch Teil 3 – Ich bin nicht cool. Du bist nicht cool. Ist das nicht cool?

Ich bin nicht cool, werde wohl niemals cool sein.

Künstler auf der Couch  Teil 3– Ich bin nicht  cool. Du bist nicht cool. Ist das nicht cool?

Am Puls der Zeit? Hipp und lässig? Nicht ich. Diese Erkenntnis hatte ich unlängst als ich eine Postkarte betrachtete. Auf ihr war ein Kaninchen zu sehen. Mit einen Norweger-Pulli und Hipster-Hornbrille. Und so süß und eben auch „cool“ ich diese Karte fand, schlug mir beim Betrachten auch ins Gesicht, dass ich das nicht bin und nie sein werden.

Nicht, dass ich bisher zwanghaft versuchte cool oder „in“ zu sein. Meine Chancen waren wohl schon immer eher schlecht.

In der Grundschule sagte ich mal laut „ Kelly Family? Kenne ich nicht, wer ist das?“

Für meine jüngeren Leser: Mitte der 90er kam dies einem sozialen Selbstmord gleich. Uuups.

Fake it, till you make it

In späteren Jahren fuhr ich dann die seit Jahrtausenden von Teenagern geliebte Strategie, Gleichgültigkeit bezüglich meiner Coolness zu heucheln und damit indirekt Coolness-Punkte zu sammeln. Indifferenz als Währung.

Das Gute daran war, das tatsächlich meine zunächst gespielte Ich-bin-halt-anders-na-und-?-Einstellung langsam aber sicher auf mich abfärbte. „Fake it, till you make it“ funktioniert tatsächlich.

(An dieser Stelle ist anzumerken, dass ich eine solide Portion Selbstbewusstsein und Unterstützung von meiner Familie und Freunden erhielt, einem kleinen aber feinen Haufen außergewöhnlicher Menschen.)

„Cool“ ist immer ein Attribut, was einem vom Außen aufgesetzt wird; und Anerkennung von Außen fühlt sich zwar gut an, ist aber nicht annähernd so wichtig, wie Anerkennung von Innen. (*uuuh Tiefsinn*)

Wie die meisten Menschen, muss ich mich aber immer wieder daran erinnern, dass ich „Ich“ bin, und dass das auch gut so ist. Dass ich und andere auch anders sein dürfen, als dass was man/wir erwarten.

Ich hatte keinesfalls ein Moment der Erleuchtung und bin jetzt für immer geheilt von dem Bedürfnis auf andere Menschen cool, en vogue, in (intelligent, lustig und uuuunglaublich redegewandt) zu wirken.

Es hilft aber, sich immer wieder bewusst zu machen

Die Meinung anderer Leute ist gut für andere Leute.

Die Meinung anderer Leute ist gut für andere Leute.

Oder, wie Amy Poehler es in ihrem Buch Yes please ausdrückt „ Great for you, not for me“.

Cool zu sein in den Augen anderer Leute ist außerdem eine total sinnlose Angelegenheit, denn der Trend, die Stimmung, die gesellschaftlichen Dos und Don’ts ändern sich ständig.

Eine der Lebensweisheiten, die meine Mutter mir (und jedem, der es hören wollte) mit auf den Weg gegeben hat lautet:

„10 Jahre zurück ist wie 15 Jahre voraus.“

 

Lebensweisheit: 10 Jahre zurück ist wie 15 Jahre voraus.

Es ist wehrt wiederholt zu werden „10 Jahre zurück ist wie 15 Jahre voraus“.

Nehmen wir meinen Vater zum Beispiel. Er rockt seit Mitte der 80er den Vollbart kombiniert mit Hosenträgern, Holzfällerhemden und einem Assortiment aus Hüten (Filz, Stroh, Leder, Fell). In den 2000er wirkte er vielleicht wie eine Zeitkapsel aus einer Ära, in der die Grünen noch eine junge Partei waren und nicht das Klima, sondern die Bäume starben.

Doch hinkte er wirklich der Mode hinterher, oder war er dem Trend einfach 10 Jahre voraus?

Denn heute könnte man ihn in einer Hipster-Ecke in Brooklyn aussetzen und er würde unter all den Fedora-tragenden Bärten mit Hosenträgern nicht auffallen. Zu einem regional produzierten Bier mit Bio-Siegel sagt er übrigens auch nicht nein.

Dieselbe Entwicklung gilt auch für Kompostieren, Stricken, für Röhrenjeans, Schlagjeans, Bauchnabelfreie Teenager und vieles mehr.

 

Und die Moral von der Geschichte?

Coolness ist eine launische und unbeständige Angelegenheit. Sie kommt und geht in Wellen.

Deshalb kannst du also auch gleich du selbst sein. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Außerdem verzage nicht, wenn dein Lieblings-Jeansschnitt nirgendwo zu finden ist…gibt der Modeindustrie einfach noch 10 Jahre.

Umzug auf geschesanten.com

Es ist soweit – der Umzug auf eine selbstgehostete Seite steht an!

Wenn alles glatt läuft liest du dies hier bereits unter der URL geschesanten.com/blog.

Wenn nicht, dann kommt das bald *daumendrück*.

Ziel ist es alle bisherigen Beiträge auf der neuen Seite zu importieren und von loewenzahnundseidentofu.wordpress.com auf geschesanten.com umzuleiten.

Ich bin leider noch nicht dahinter gekommen, wie ich die WordPress-Follower umziehe.

Wenn du weiterhin aktuelle Beiträge von mir in deinem WordPress-Reader haben möchtest, dann folge bitte der neuen Seite geschesanten.com!

Das Ganze ist immer noch ein Work-in-Progress. Es kann also zu fehlenden Fotos und kaputten Links kommen. Langsam aber sicher werde ich aber alle digitalen Stolpersteine aus dem Weg räumen.

Bin schon ganz aufgeregt!

Gesche

Wie ich male {Aquarelltechniken} – Leberblümchen Schritt für Schritt

Es war mal wieder Zeit für ein Paar Experimente und Übungen. – Also in Aquarell, in allen anderen Bereichen mit ich Gewohnheitstier und trainingsfaul.

Experimente folgen zu einem späteren Zeitpunkt, jetzt erstmal eine kleine aber feine Übung, um meine Aquarelltechniken zu verfeinern.

Wie immer gilt: Es gibt kein schlechtes Ergebnis. Es geht um den Prozess und das bewusste Malen. Wenn das Endergebnis gefällt ist das dann nur ein Extra Plus.

Als Motiv nahm ich Leberblümchen, von denen ich diesen Monat viele Fotos für meine Referenzfoto-Sammlung gemacht habe.

Wie ich mal - Aquarelltechniken - Leberblümchen Schritt für SchrittLos geht’s:
  • Als erstes wird das Motiv in Bleistift ganz zart vorgezeichnet (ich hatte vorher ein paar Skizzen gemacht) und zwei Blüten im Hintergrund, sowie die Staubblätter der zwei vorderen Blüten mit Rubbelkrepp abgedeckt.
  • Als nächstes male ich den Hintergrund nass-in-nass, lasse die Farben einfach in einander laufen. Allerdings achte in darauf dort, wo die zwei Blüten hinsollen schon mal tendenziell Lila zu setzen. Außerdem spare ich die Form eines Blattes aus.
  • So, wenn alles getrocknet ist, male ich die Blüten.
  • Als nächstes folgen die Blätter im Vordergrund und die Blütenknospe. Ich arbeite hierbei trocken-auf-trocken, um schärfere Konturen zu erhalten.
  • Dann zeichne ich die Blüten und Knospe rechts.
  • Jetzt erstmal alles trocknen lassen, damit danach der Rubbelkrepp entfernt werden kann.
  • Die Blüten erhalten einen lila Hauch und orange Staubblätter.
  • Das weißgebliebene Blatt stört mich irgendwie und ich male es ähnlich wie die anderen Blätter und lasse es in den Hintergrund laufen.Im Nachhinein hätte ich es nicht auslassen müsse. Aber gut. Übung und so.

Außerdem ist dieses Bild ein gutes Beispiel dafür, dass man bei Nass-in-Nass-Technik schwereres Papier verwenden sollte. Dies hier hat 220 g pro qm und man kann deutlich sehen, wie sehr es sich wellt und Pfützen bildet.

Wieder was fürs Leben gelernt.

Aquarelltechniken - Leberblümchen malen

Frohen Frühling,

Gesche